Rauchmelder – Wo sind sie in Deutschland gesetzliche Pflicht?

Fakt ist, dass Rauchmelder überall lohnenswert sind, denn sie reduzieren bei Bränden die Gefahr von Personenschäden und größeren Sachschäden. In Deutschland besteht bei der Pflicht zur Installation der Rauchmelder allerdings das Problem, dass sie sich aus den Bauordnungen der einzelnen Bundesländer ergibt. Nicht überall wurde die Pflicht bereits erfolgreich eingeführt. Deshalb haben wir eine kleine Übersicht für Sie zusammengestellt.

Bundesland

Gesetzliche Grundlage

Einführung

Frist zur Nachrüstung

Baden-Württemberg

Landesbauordnung

Juli 2013

31. Dezember 2014

Bayern

Bayer. Bauordnung

Januar 2013

31. Dezember 2017

Berlin

Bauordnung Berlin

offen

offen

Brandenburg

Bauord. Brandenb.

offen

offen

Bremen

Landesbauordnung

Mai 2010

31. Dezember 2015

Hamburg

Hamb. Bauordnung

April 2006

31. Dezember 2010

Hessen

Hess. Bauordnung

Juni 2005

31. Dezember 2014

Meckl.-Vorpommern

Landesbauordnung

September 2006

31.Dezember 2009

Niedersachsen

Nieders. Bauordnung

April 2012

31. Dezember 2015

Nordrh.-Westfalen

Bauordnung NRW

April 2013

31. Dezember 2016

Rheinland-Pfalz

Landesbauordnung

Dezember 2003

13. Juli 2012

Saarland

Landesbauordnung

Juni 2004

offen

Sachsen

Sächs. Bauordnung

offen

offen

Sachsen-Anhalt

Bauordnung S.-A.

Dezember 2009

31. Dezember 2015

Schlesw.-Holstein

Landesbauordnung

April 2005

31. Dezember 2010

Thüringen

Thür. Bauordnung

Mai 2004

31. Dezember 2018

Es sind also nur noch drei Bundesländer, in denen es die gesetzliche Grundlage für die Ausstattung der Flure, Schlafräume, Kinderzimmer und Rettungswege mit einem Rauchmelder noch nicht gibt. In weit mehr als der Hälfte aller Bundesländer müssen die Rauchmelder bereits nachgerüstet worden sein.

Welche Arten der Rauchmelder können verwendet werden?

Welche Ansprüche ein Rauchmelder zur Erfüllung der gesetzlichen Auflagen erfüllen muss, ist in der für ganz Europa gültigen Norm DIN EN 15604 genauer beschrieben. In Deutschland können der DIN 15676 zusätzliche Anforderungen an die Rauchwarnmelder entnommen werden. Außerdem müssen sie eine CE-Kennzeichnung besitzen, wobei die Registriernummer des EG-Konformitätszertfikats auf dem jeweiligen Rauchmelder mit deklariert sein muss. Nachfolgend einige Auszüge aus den grundsätzlichen technischen Anforderungen an Rauchmelder:

  • Die Rauchmelder müssen eine einfache Funktionsüberprüfung zulassen.
  • Der zu meldende Rauch muss allseitig in die Messkammer eindringen können.
  • In drei Metern Entfernung muss der Schalldruck des akustischen Signals noch mindestens 85 Dezibel betragen.
  • Eine leer werdende Batterie muss mindestens über einen Zeitraum von dreißig Tagen hinweg signalisiert werden.

Dürfen Rauchmelder vernetzt oder mit anderen Meldern kombiniert werden?

Eine Vernetzung der Rauchmelder untereinander ist rechtlich zulässig und technisch möglich. Die Vernetzung kann sowohl mit Kabeln als auch via Funk erfolgen. Der Vorteil vernetzter Rauchmelder besteht darin, dass der Alarm sogar dann wahrgenommen wird, wenn sich die Nutzer nicht in Hörweite des Rauchmelders befinden, der den Alarm ausgelöst hat. Wer sich besonders hochwertige und effiziente Rauchmelder gönnen möchte, kauft sich Modelle, die auch über eine Temperaturüberwachung verfügen.

Über die KNX-Schnittstelle können Rauchmelder mit der gesamten Steuerung der Gebäudetechnik verknüpft werden. Das hat den Vorteil, dass hier durch den Rauchmelder automatisierte Aktionen ausgelöst werden können. Dabei reicht die mögliche Palette vom Einschalten der Beleuchtung der zu nutzenden Fluchtwege bis hin zu individuell einzurichtenden Alarmierungen per Anruf oder SMS.

Wie effizient sind Rauchmelder?

Wer den Nutzen der Rauchmelder prüfen möchte, sollte einen Blick auf die Brandopferstatistiken in den Ländern werfen, in denen Rauchmelder schon seit längerer Zeit gesetzliche Pflicht auch für Wohnräume sind. Besonders deutlich werden die Erfolge der Rauchmelder in den USA. Die Pflicht zur Nutzung der Rauchmelder wurde dort in den 1970er Jahren eingeführt. Die Statistiken der Fire Departments weisen aus, dass dadurch die Anzahl der bei Bränden ums Leben gekommenen Menschen um die Hälfte reduziert werden konnte. Eine ähnliche Entwicklung war auch in Australien und in Großbritannien zu beobachten.

Ein interessantes Urteil des Bundessozialgerichts zum Rauchmelder

Die Besitzer und Nutzer von Immobilien sind verpflichtet, die Wohnräume, Flure und Rettungswege mit Rauchmeldern auszustatten, die ein akustisches Signal ausgeben. Eine Verpflichtung zur Koppelung mit einem optischen Signal gibt es derzeit nicht, was eine erhebliche Benachteiligung von gehörlosen und tauben Menschen bedeuten würde. Deshalb ist in diesem Zusammenhang das Urteil B 3 KR 8/13 des Bundessozialgerichts interessant. Dieses Urteil sagt aus, dass in Deutschland die Kosten für die notwendige Umrüstung der Rauchmelder in den Wohnungen von hörgeschädigten Menschen auf einen akustischen und optischen Alarm von den Krankenkassen übernommen werden müssen.

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